Um früher oder später keine Probleme mit dem Finanzamt zu bekommen, musst du von Beginn an darauf achten, dass deine gesamten Bitcoin-Aktivitäten lückenlos dokumentiert sind. Es ist nahezu unmöglich, das händisch, etwa mit einer Excel-Tabelle hinzubekommen. Es müssen auch Dinge beachtet werden, die zunächst nicht nachvollziehbar erscheinen. Wenn du nämlich zum Beispiel regelmäßig an einer Börse Bitcoin kaufst und dann an die Adresse deiner Wallet versendest, denkst du vermutlich: ich habe immer nur gekauft und nie Bitcoin verkauft. Doch tatsächlich ist es so, dass die Transaktionsgebühren, die auf der Blockchain (das ist das Kassenbuch, von dem ich bisher geschrieben habe) erhoben werden, in Form von Bitcoin bei der Transaktion zu deiner Walletadresse abgezogen werden. Und das bedeutet für das Finanzamt, dass du für die Gebühren Bitcoin verkauft hast. Also auch wenn du jahrelang Bitcoin sparst und nie Bitcoin an der Börse verkaufst, um sie wieder in Euro zu tauschen, entstehen durch die Transaktionsgebühren viele kleine Verkäufe. Um das sauber zu protokollieren, kommst du um eine geeignete Software meiner Meinung nach nicht herum. Geeignete Anbieter sind auf der Seite "Werbung" verlinkt. Egal welchen Anbieter du wählst, das Prinzip ist immer gleich: Du verbindest die Börse, die du nutzt mit der Software und auch die Adressen der Wallets, zu denen du die Bitcoin sendest. Dann erfasst die Software alle Transaktionen und erstellt dir daraus einen Steuerbericht, der vom Finanzamt akzeptiert wird. Wichtig ist, sich direkt auch darum zu kümmern. Wenn du erst verschiedene Börsen testest, auf jeder ein bischen machst, dich dann wieder von der Börse abmeldest und erst viel später vom Finanzamt auf deine Bitcoin angesprochen wirst (das Finanzamt, bekommt seit 2026 Meldungen über alle Transaktionen), kannst du unter Umständen nicht mehr rekonstruieren, was du wann und wo gemacht hast.
Ein weiterer Punkt sollte auch von Beginn an bedacht werden: Du oder eventuell deine Hinterbliebenen, falls dir was passiert, müssen auch jederzeit einen Herkunftsnachweis erbringen können. Das bedeutet es muss plausibel erklärt werden können, woher denn das Geld kam, mit dem die Bitcoin gekauft wurden. Damit soll in erster Linie Geldwäsche verhindert werden. Die gerade genannte Tracking Software ist dabei schon die halbe Miete. Doch vorsichtshalber solltest du auch die Kontoauszüge deines Girokontos von dem aus du Geld an die Börse geschickt hast aufbewahren. Ein plausibler Herkunftsnachweis wäre dann z.B.: Du bekommst ein monatliches Gehalt. Einen Teil des Gehalts schickst du monatlich an die Kryptobörse. Dort kaufst du Bitcoin und verwahrst sie mit den Schlüsseln deiner Wallet für 20 Jahre. Wenn du dann nach 20 Jahren deinen gesamten Bestand (der ja hoffentlich in den Jahren an Wert gewonnen hat) wieder verkaufen willst, könnte das Finanzamt fragen, wo das ganze Geld denn auf einmal herkommt. Wenn du dann noch alle Aufzeichnungen hast, ist alles in Ordnung. Falls du langfristig sparen willst, solltest du dir also auch genau überlegen, wie du deine Aufzeichnungen über so einen langen Zeitraum sicher aufbewahrst, damit du und ggf. auch deine Hinterbliebenen dann noch alles zur Hand haben. Wenn du kein "Sparplan" Typ bist, sondern vielleicht nur einmal eine größere Summe in Bitcoin getauscht hast und diesen Bestand dann 20 Jahre selbst aufbewahrst, wirst du höchstwahrscheinlich auch Probleme bekommen, wenn du dich an einer neuen Börse anmeldest und dort eine größere Menge Bitcoin hinsenden willst. Denn auch die Börsen müssen Geldwäsche verhindern und werden daher ebenfalls einen Herkunftsnachweis verlangen. Wenn du über Jahre einer Börse "treu" bleibst und nur dort alle Transaktionen abwickelst, sollte das kein Problem sein, da sie deine Historie kennen.

