Wenn du deine Bitcoin an die nächste Generation weitergeben willst, sind zwei Dinge zu beachten:
1. Alle steuerlichen Aspekte, die damit verbunden sind.
2. Die "technische" Seite, die zu beachten ist, damit deine Hinterbliebenen überhaupt Zugriff auf die Bitcoin erhalten können.
Zu den steuerlichen Aspekten solltest du einen Steuerberater, der sich mit diesem speziellen Fall auskennt, beauftragen. Ich kann und darf hier keine Beratung anbieten.
Wenn die steuerliche Seite geklärt ist, muss die technische Seite geklärt werden. Anders als bei deinem Bankkonto, ist es nicht möglich, mit einer Sterbeurkunde Zugriff auf selbstverwahrte Bitcoin zu erhalten. Wie bereits ausgeführt, handelt es sich bei Bitcoin um ein dezentrales Netzwerk, dass nicht von einer Behörde, einer Firma oder einem Land verwaltet wird. Daher haben deine Hinterbliebenen auch keinen Ansprechpartner, an den sie sich wenden können und der ihnen Zugriff auf deine selbstverwahrten Bitcoin gewährt. Stell dir vor du hast einen Goldschatz auf einer einsamen Insel vergraben und nur du weißt, wo genau das ist. Ohne "Schatzkarte" nutzt es deinen Hinterbliebenen wenig, wenn im Testament steht: Mein Goldschatz soll zu gleichen Teilen an meine Kinder übergehen. Genau so verhält es sich mit selbstverwahrten Bitcoin. Du musst also zu Lebzeiten sicherstellen, dass deine Kinder:
1. deine Hardware Wallets (oder Seedphrasen und ggf. Passphrasen)
2. die Zugangsdaten zu deinen Hardware Wallets
3. die Börse, bei denen du Bitcoin gekauft hast
4. den Herkunftsnachweis der Bitcoin
5. deine gesamte Transaktionshistorie vom ersten Tag an
6. das technische know how bekommen, damit sie deine Bitcoin bewegen können.
Sie müssen also wissen,
- wie man deine Hardware Wallets mit Handy oder Computer koppelt,
- wie man einen Account bei einer Börse einrichtet, falls sie deinen nicht übernehmen können,
- wie sie, sofern sie die Bitcoin verkaufen wollen, Bitcoin zur Börse senden, dort verkaufen und sich das Geld auf ihr Konto auszahlen lassen können.
Und dieser Vorgang muss natürlich auch wieder, idealerweise mit einer Tracking Software, für das Finanzamt aufbereitet werden, damit auch der Fiskus nicht auf seinen Teil verzichten muss. Du merkst vermutlich, dass hier unter Umständen eine ziemlich steile Lernkurve vorhanden ist. Solltest du keine Kinder haben und dein Partner, der alles erben soll, technisch nicht affin sein, könnte diese Hürde eventuell zu hoch sein.
Also was tun?
Du kannst natürlich eine riesige Anleitung schreiben und versuchen, alles Schritt für Schritt zu erklären. Doch diese Anleitung dürfte ziemlich lang werden und ob jemand anderes dann tatsächlich alles versteht, ist fraglich. Du kannst auch eine Firma beauftragen, sich um alles zu kümmern. So Firmen gibt es. Denen musst du allerdings vertrauen, du musst bereit sein, diesen nicht billigen Service im Abo zu bezahlen bis der Tag x kommt und du musst darauf hoffen, dass es die Firma noch gibt, wenn der Tag x kommt. Meine persönliche Meinung: sei nicht der einzige Geheimnisträger. Hol von Anfang an jemanden mit ins Boot, Partner, Kinder, das ist deine Entscheidung. Lernt zusammen die einzelnen Schritte. Meldet euch (getrennt) bei einer Börse an, erstellt Accounts bei einem Tracking Anbieter, kauft euch jeweils eigene Hardware Wallets und "übt" Transaktionen. Auch die Steuererklärung kann man gemeinsam lernen. Wenn dann der Tag x kommt, gibt es wenigstens noch jemanden, der das nötige know how hat und nicht eine riesige Anleitung lesen muss, wenn er eigentlich gerade einen Schicksalschlag zu verarbeiten hat und sowieo keinen Kopf dafür hat. Wenn das know how geteilt ist, ist die größte Hürde schon geschafft. Dann muss nur noch sichergestellt werden, dass diese kundige Person Seed-Phrasen und Passphrasen, und die Dokumentation der bisherigen Transaktionsverläufe erhält. Dann gibt es eine realistische Chance, dass deine Hinterbliebenen tatsächlich deine Bitcoin erben und auch nutzen können. Wie immer gilt: wenn nichts schiefgehen soll, solltest du vielleicht nicht nur in Bitcoin sparen, sondern auch noch andere Werte zum vererben haben. Oder halt zu Lebzeiten alles selbst verprassen... 😉

Nur noch mal zur Sicherheit: Bitcoin sind keine goldenen Münzen, das ist ein Symbolbild, erstellt von nano banana 3.
