1. Achte auf eine lückenlose Dokumentation:
Wenn du in Deutschland lebst solltest du wissen, dass seit 2026 alle Bitcoin Transaktionen innerhalb der EU erfasst und dem Finanzamt übermittelt werden. Die sogenannte DAC8 ist eine EU-Richtlinie, die Krypto-Dienstleister verpflichtet, Nutzerdaten und Transaktionen automatisch an Steuerbehörden zu melden. Dein Vor- und Nachname, deine Steuer-ID, deine Krypto-Bestände und alle Transaktionsdaten über An- und Verkauf und Tausch werden dabei erfasst und übermittelt. Dadurch wird sichergestellt, dass steuerpflichtige Gewinne durch die Finanzämter leichter identifiziert werden können. Solltest du also die Idee haben, "heimlich" Bitcoin zu kaufen und zu verkaufen, vergiss es! Um nicht versehentlich bei der Steuerklärung einen Fehler zu machen, solltest du direkt von Anfang an über eine lückenlose Dokumentation deiner Transaktionen verfügen. Zwar kannst du dir bei jeder regulierten Börse deine Transaktionsdaten runterladen, aber das alleine wird dir in der Steuererklärung auch erstmal nicht weiterhelfen, denn du willst ja bestimmt nicht alles von Hand in Elsterformulare tippen. Für genau dieses Problem, gibt es jedoch Anbieter, die dir die Arbeit abnehmen und auch einen fertigen Steuerreport erstellen. Diesen Report kannst du in dein Steuerprogramm, falls du eines nutzt, importieren. Falls du lieber einen Steuerberater beauftragen willst, kannst du ihm die Auswertung geben. Einen Anbieter findest du unter dem Reiter "Werbung" auf meine Seite.

2. Stelle sicher, dass die Bitcoin wirklich dir gehören: Es gibt diverse Finanzprodukte, die zwar Bitcoin im Namen tragen und auf die Wertentwicklung des Bitcoin abzielen, durch die du aber keine Bitcoin kaufst. Bitcoin Zertifikate, Bitcoin ETF, etc., sind nicht geeignet, um selbst Bitcoin zu besitzen. Wenn du Bitcoin und damit auch alle seine Vorteile besitzen willst, solltest du dich an einer Börse registrieren, bei denen du tatsächlich Bitcoin kaufen und diese auf deine eigene Cold Wallet "übertragen" kannst. "Übertragen" bedeutet jedoch nicht, dass du wirklich Bitcoin auf die Wallet sendest, sondern dass die Schlüssel, mit denen du Transaktionen deiner Bitcoin genehmigen kannst, auf dieser Wallet gespeichert sind. Wichtig ist, dass nur du die Schlüssel hast und das geht halt nur mit einer Wallet. Geeignete Börsen, mit denen das geht, findest du auch auf der Seite "Werbung". Bei der Auswahl der Börse solltest du auch einen Blick auf die anfallenden Gebühren werfen, die bei Geldeinzahlung, Kauf- oder Verkauf von Bitcoin, Transfer zur Wallet und bei Transfer von Euro zurück auf den Girokonto, falls du Bitcoin verkauft hast anfallen. Das lässt sich inzwischen ganz gut mit diversen Chatbots erledigen, denen du genau deine Bedürfnisse und Kaufgewohnheiten erklären kannst. Tipp: Gebühren werden nicht nur von der Börse, sondern auch von den "Hütern des Bitcoin Kassenbuchs" erhoben. Wenn die gerade viel zu tun haben, z.B. an Werktagen während der Börsenöffnungszeiten, sind die Gebühren eher hoch, am Wochenende und zu Uhrzeiten, wo keine Börse (vor allen in den USA) geöffnet hat, sind diese Gebühren eher niedriger. Für Bitcoin selbst gibt es jedoch keine Börsenöffnungszeiten, die kannst du rund um die Uhr das ganze Jahr über kaufen und verkaufen, da hier alle Transaktionen ja nicht von einer Institution mit bestimmten Öffnungszeiten geprüft werden.

Hinweis zur Abbildung: streng genommen werden keine Bitcoin von der Börse zur Wallet oder zurück übertragen. Bitcoin existiert nur als Eintragung im "Kassenbuch". Wenn man Bitcoin an eine Adresse der Wallet verschiebt, bedeutet dass, das nun die in der Wallet gespeicherten Schlüssl Transaktionen autorisieren können und nicht mehr die Schlüssel, die die Börse hat.
3. Achte auf neue Gesetze zur Kryptobesteuerung: Nachdem Bitcoin nicht mehr ein kleines Projekt von irgendwelchen Nerds ist, sondern inzwischen auch im etablierten Finanzwesen angekommen ist, ändern sich die gesetzlichen Spielregeln relativ häufig. Es lohnt also, sich auf dem laufenden zu halten, ob sich an den Spielregeln etwas ändert. Aktuell (Mai 2026) wurde in Deutschland zum Beispiel angekündigt, dass die Haltefrist für Bitcoin abgeschafft werden soll. Was ist damit gemeint? Momentan ist es so, dass man Bitcoin, die man länger als ein Jahr behalten hat, steuerfrei mit Gewinn verkaufen kann (falls sie denn im Wert gestiegen sind). Beispiel: Du hast im Januar 2024 Bitcoin für 10.000€ gekauft und die sind im Februar 2025 zum Beispiel 12.000€ Wert, dann kannst du sie verkaufen und musst die 2.000€ Gewinn nicht versteuern. Hättest du sie innerhalb des ersten Jahres schon mit 2.000€ Gewinn verkauft, müsstest du den Gewinn mit deinem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuern. Der Verkauf zählt aktuell als privates Veräußerungsgeschäft, deshalb spielt die Kapitalertragssteuer aktuell keine Rolle, da Bitcoin nicht als Wertpapier betrachtet wird. Für Menschen, die sich durch den regelmäßigen Kauf von Bitcoin etwas für die Altersvorsorge ansparen wollen, war die Haltefrist natürlich eine tolle Sache, da sie dann im Alter steuerfrei ihre Bitcoin hätten verkaufen können. Für kurzfristige "Zocker" die innerhalb eines Jahres immer wieder Bitcoin kaufen und mit Gewinn verkauft haben, war die Haltefrist schlecht, da der persönliche Einkommenssteuersatz i.d.R. höher als die Kapitalertragssteuer ist. Nach der bisherigen Regelungen wurde also langfristige Sparer belohnt und Zocker bestraft, in Zukunft, vermutlich ab Sommer 2026 ist das dann genau andersherum. Die EU ist übrigens auch gerade dabei, Ideen auszutüfteln, wie man die wachsende Beliebtheit von Bitcoin in Einnahmen für die EU umwandeln kann.

4. Überlege dir genau, wie du die selbstverwahrten Bitcoin schützt und welche Vorkehrungen du triffst, damit deine Angehörigen an deine Bitcoin kommen, falls dir etwas passiert. Durch den starken Kursanstieg des Bitcoin, seit seiner "Erfindung" wird der Bitcoin natürlich nicht nur als Einnahmequelle für Staaten im Rahmen der Besteuerung, sondern auch für jede Menge Betrüger interessant, die es darauf abgesehen haben, deine Bitcoin zu erbeuten. Du solltest dich also nicht nur über Änderungen bei der Steuergesetzgebung, sondern auch über Betrugsmaschen auf dem laufenden halten. Hierzu habe ich einen Extraartikel geschrieben, der dir die wesentlichen Schutzmaßnahmen erklärt und aus denen du eine, die für dich passt, auswählen kannst. Wichtig dabei: Es gibt nie eine 100%ige Sicherheit im Leben, auch wenn du alles, was du hier auf dieser Seite findest beachtest, kann es dennoch passieren, dass du doch einem Betrüger auf den Leim gehst. Und wenn du Pech hast, machst du ausversehen einen Fehler und sperrst dich selbst aus. Auch das ist in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen.
